Kita hoch zwei – die schnelle Eingewöhnung

Unser Kleiner während seinem ersten Tag in der Kita
Unser Kleiner während seinem ersten Tag in der Kita

Geht es ihm gut? Ist er versorgt? Und vor allem: Hat er Spaß? Bei unserem Großen habe ich mir oft solche Gedanken gemacht. Bei unserem Kleinen ist mir klar: Er mischt die Kita auf und ist glücklich in seinem neuen Umfeld.

Die Eingewöhnung dauerte wirklich nur drei Wochen lang. Dabei wäre er sogar schon eher fit gewesen, einen halben Tag alleine zu bleiben. Genau wie beim Großen, war ich die ersten drei Tage begleitend für ein bis zwei Stunden mit dabei. Das lief so ab:

 

Erster Tag: er spielt, spielt, spielt, zwischendurch läuft er immer wieder zur Mama zum Naseputzen und Kuss abholen.

 

Zweiter Tag: er spielt, spielt, spielt, zwischendurch läuft er zu Mama zum Naseputzen.

 

Dritter Tag: er spielt, spielt, spielt und spielt, spielt, spielt, zwischendurch macht Mama mal auf sich aufmerksam!

 

Demnach war Mami schon am dritten Tag vergessen. Die Trennung am vierten Tag für zehn Minuten, kein Problem! Nach drei Wochen blieb er zwei Stunden ohne Probleme. Und bereits in der vierten Woche einen halben Tag.

 

Es wird geschlafen in der Kita

 

Seit vergangener Woche schläft er sogar in seiner Kita. Dies war ein aufregender Tag für mich und seine Bezugserzieherin. Ich rief direkt zur Schlafenszeit in der Kita an, da ich neugierig war. Volltreffer! Freudig wurde mir von seinem Verhalten im Schlafraum berichtet. Unser Kleiner lief nämlich von Kind zu Kind und flüsterte dabei jedem ein sachtes „pssssst“ ins Ohr. Toll!! Er hatte direkt verstanden, worum es geht. Danach krabbelte er bei seiner Erzieherin auf den Schoß und schlief innerhalb von zwei Minuten friedlich ein. Alle in der Kita begeistert, Mami happy, Kindchen ausgeschlafen und ausgeglichen.

Was war ich erleichtert. Denn es ist eigentlich nur von Vorteil, wenn das Kind in der Kita schläft. Wenn nicht, fängt auch unser Strahlemann irgendwann an zu quengeln und zu zetern. So ist er viel ausgeglichener. On Top kommt noch die kleine Verschnaufpause für die Erzieher😁. 

Seit diesem Tag schläft er in der Kita sogar länger als zu Hause, ganze zwei bis drei Stunden sind dabei drin. Am Anfang hatte ich noch Angst davor, er würde mir abends nicht einschlafen. Der Kita Tag fordert ihn jedoch so sehr, dass er abends ebenfalls relativ schnell einschlummert.

 

Der große Bruder blüht auf

 

Aber es geht noch besser. Seit der Kleine in der Kita ist, blüht sein großer Bruder auf. Die Erzieherinnen erzählen mir immer wieder, dass sie ihn noch nie so strahlen und lachen gesehen haben. Seit sie zusammen in der Kita sind, scheint er sich richtig wohlzufühlen. Bisher „musste“ der Große in die Kita und der Kleine „durfte“ zu den Großeltern. So zumindest wird es unser Erstgeborener aufgefasst haben. Da dieses Thema nun durch ist, kann er sich fallen lassen und seinen Kita Alltag genießen.

 

Zurück zu unserem Miniwonneproppen. Mit 20 Monaten ist unser Mika ein richtig aufgewecktes Kerlchen. Dabei macht er alles nach, was er bei seinem größeren Pendant zu sehen bekommt. Sowohl das Gute als auch das Schlechte. Bevor er in die Kita kam, hatte ich dementsprechend auch ganz schön Bammel. Denn in den letzten Wochen schlägt er täglich seine Mama, seinen Papa und seinen Bruder, sobald ihm etwas nicht in den Kram passt. Dieses Thema werde ich vermutlich in einem weiteren Artikel vertiefen, denn es beschäftigt mich sehr. Der kleine Mann holt also direkt aus, wenn ihm etwas nicht gefällt. Meist treffen die Schläge gezielt seinen großen Bruder. Deshalb fühlte ich mich bei dem Gedanken an ihn und die Kita etwas unbehaglich, könnte er doch dort so einige Kinder hauen, wenn sie ihr Spielzeug nicht rausrücken🙄.

 

Aber bisher, von Schlagen in der Kita, keine Spur. Von seiner Erzieherin bekomme ich schlichtweg nur Positives zu hören. Dabei betont sie immer wieder, wie sozial er für sein Alter sei. Er würde weinende Kinder trösten, indem er bei ihnen „Eieiei“ macht. Und er gibt sogar Spielsachen weiter und teilt mit andern Kindern. Wahnsinn! Ist das wirklich unser kleiner Kampfzwerg?

 

Ist das mein Kind?

 

Von den Erzieherinnen und Erziehern habe ich schon oft mitbekommen, dass sich Kinder in der Kita ganz anders verhalten als zuhause. Unser Kleiner ist da wohl keine Ausnahme. Es läuft also prima mit ihm, seinem Bruder und der Kita. Für mich ist es jedes Mal aufs Neue 

unglaublich, wie unterschiedlich zwei Geschwister sein können. Wenn man die Möglichkeit hat, beide Geschwister in die gleiche Kita Einrichtung zu geben, dann sollte man nicht zögern. Ich finde, das ist eine wahnsinnig tolle Bereicherung für die beiden Jungs und für uns Eltern. Denn es tut ihnen sichtlich gut, zusammen den Kita Alltag zu erleben und sich gegenseitig zu ergänzen. Der Große blüht auf, weil er nun ein enges Familienmitglied bei sich in der Nähe hat. Der Kleine wiederum hat einen großen Bruder bei sich, der ihm Halt gibt, wenn er doch mal Heimweh hat. Besser geht es eigentlich gar nicht.

 

Die entspannte Eingewöhnung bei unserem Zweitgeborenen hat sicherlich auch etwas mit mir als Mami zu tun. Ich wusste diesmal, was auf mich zukommt! Deshalb war ich gegenüber dem Kleinen viel lockerer und hatte eine „selbstverständlichere“ Haltung. Als der Große damals eingewöhnt wurde, war ich vermutlich aufgeregter als er. Ich hatte Ängste und Bedenken, ob es ihm gut gehen würde. Schließlich war er drei Jahre lang umgeben von Mama, Papa, Oma und Opa, die sich allesamt nur auf sein Wohlbefinden konzentrierten. Ein Kind spürt, wenn die Mama mit fiebert und Angst davor hat es alleine zu lassen. Ein Kind spürt auch, wenn die Mama unsicher ist. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es beim „ersten Mal“ gerne besser machen und meinem Kind mehr Halt und Zuversicht durch mein eigenes positives Verhalten beim Start in die Kita geben. Man lernt eben als Mami nie aus und kann immer weiter an sich arbeiten.

 

Wie ist die Eingewöhnung bei euren Kindern verlaufen? Waren eure Geschwisterkinder auch so unterschiedlich? Ich freue mich auf eure Berichte.

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